Kondensatoren

Bei den Glättungskondensatoren (an der Heizung der Gleichrichterröhre) und am Minuspol kann es sich um Papierwickel oder um Elektrolyts handeln. Papierwickel sind auf jeden Fall zu ersetzen. Meistens sind sie in viereckige Blechbüchsen eingebaut und mit einem Deckel aus braunem Pertinax versehen, auch die Anschlussdrähte werden da zu sehen sein. Nach Ausbau des Kondensators (nach genauer Zeichnung der Anschlussdrähte) können die Laschen mit einem Messer aufgebogen werden, damit wird das Pertinaxplättchen freigegeben und kann entfernt werden. Nun wird das Innere des Kondensators sichtbar, meistens ist es Pech oder Wachs.

Der Kondensator wird nun in eine alte Pfanne oder Blechbüchse gestellt mit der Öffnung nach oben, dann wird Wasser dazugegeben bis der Kondensatorbecher zu 3/4 bedeckt ist. Das Wasser wird nun zum Sieden gebracht, nach einiger Zeit kann beobachtet werden, wie der Pech oder das Wachs dem Blech entlang zu schmelzen beginnt. Das ist der Zeitpunkt um den Becher aus dem siedenden Wasser zu entfernen, der Kondensator wird dann mit einem dicken Lappen festgehalten und ein Korkenzieher durch das Pech oder das Wachs in den Kondensator getrieben und zwar ganz, dann sollte es kein Problem mehr sein, den eigentlichen Kondensator aus dem Becher zu ziehen. Vorsicht das Wachs (Pech) ist heiss.

Dann wird ein neuer Kondensator gewählt, er darf ruhig bedeutend grösser sein als das Original z.B. statt 4 MF gegen 20 MF bis 30 MF. Wichtig ist dabei die Arbeitsspannung. Da an der Gleichrichterröhre die Spannung sehr hoch ist event. bis 400 Volt und mehr, (bis die Endröhre Strom zieht) muss die Arbeitsspannung eben auch so hoch sein, (min.400 Volt). Da in den Bechern meistens genügend Platz vorhanden ist, können mit einem Trick auch Elkos mit niedriger Arbeitsspannung verwendet werden. Z.B. Elkos mit 50 MF und 250 V, es lassen sich zwei in Serie schalten, wobei mit zwei Widerständen dafür gesorgt wird, dass die Elkos gleich geladen werden. Siehe Fig.2 oder Fig.3. Die Gesamtkapazität ist in diesem Falle die Hälfte eines Kondensators, aber die Arbeitsspannung steigt um das Doppelte. Merke: Lieber die Arbeitsspannung viel zu hoch wählen als zu niedrig. Auf diese Weise können auch Elkos mit niedriger Arbeitsspannung nutzbringend verwendet werden. Gerade in unserem Falle, da in den Bechern meistens genügend Platz zur Verfügung steht, lassen sich Kondensatoren zu jedem gewünschten Zweck zusammenschalten.

Die Elkos werden nach anbringen der Drähte in Schaumgummi oder Wannerit verpackt und zwar dermassen, dass das Pertinaxplättchen mit den Anschlussdrähten wieder angebracht werden kann. Mit einem so hergerichteten Becherkondensator sieht das Gerät wieder aus wie das Original. Anders ist es bei den Elektrolytkondensatoren, die haben durch die lange Lagerung die Formierung weitgehend verloren, oder sie sind ausgetrocknet. Elkos vor 1950 sollten in jedem Falle ersetzt werden, denn heute stehen entsprechende Kondensatoren noch zur Verfügung. Wie ist es aber in 20 Jahren??             

Man sollte sich zur Gewohnheit machen, Elkos nach einer Betriebszeit von ca.30 Min. anzufassen (bei ausgeschaltetem Gerät), die Elkos dürfen nicht warm werden sonst auswechseln. Wird der Elko aber heiss, besteht Explosionsgefahr. Wenn aber ein Elko explodiert, entsteht eine fürchterliche Sauordnung, denn das Elektrolyt wird überallhin verspritzt (guter Leiter) und der Gestank ist scheusslich, darum lieber zweimal kontrollieren und auf Nummer sicher gehen.

Walter Krieg-Enz

 

Ergänzungen zu den Artikeln       von Sammlerkollege
Walter Krieg

Die HF-Kondensatoren mit denen die Sekundärseite der Netztransformatoren nach Masse überbrückt werden dienen der unterdrückung der Brummodulation.

Diese Erscheinung tritt besonders bei grossen Feldstärken eines Senders auf. Bei mir in Zetzwil z.B. (ca.10 Km vom BeromünsterSender entfernt) kann dieser Effekt sehr eindrücklich beobachtet werden. Auch neue Geräte welche im Netzgerät (mit Si-Dioden) keine Shunt-Kondensatoren haben zeigen diese Erscheinung .Also Brummen (Selektiv) kann nur mit diesen HFKondensatoren eliminiert werden.

Natürlich bieten diese Dinger Probleme, aber mit modernen spannungsfesten Kondensatoren        (ca.10 nF) lässt sich das lösen, (siehe Liste Fa. Distrelec).

Wer sich noch zusätzlich schützen will , lötet direkt eine ca. 0,2 A Sicherung in Serie zu jedem Kondensator.

                          Ernst Steimen

“Das Wissen der Oldies”